2 Herde wohnen, ach, in meiner Brust

Prost, Bierfranken! :)

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Franken sind ja für gewisse Dinge bekannt. „Basst scho“-Mentalität zum Beispiel. Wein, genauer gesagt Frankenwein. Aber es gibt auch Regionen, in denen kein Wein wächst und die sich stattdessen mit überaus süffigen Ergebnissen dem Gerstensaft zuwenden. Ich bin zwar selbst kein Bierkenner (ebensowenig wie ich ein Weinkenner bin, dafür schmecke ich einen guten Wodka, obwohl ich auch von dem eher wenig vertrage), aber ebenso wie viele andere Franken mit mir weiß ich es vor allem zu einem deftigen Schweinsbraten zu schätzen. Der absolute Klassiker im Großraum Nürnberg ist ja Schäuferla (Schweineschulter), ich hab aber am vergangenen Wochenende einfach mal ein bisschen experimentiert und dabei kam dieses seeeehr herzhafte Herbst-/Wintergericht raus:

Schweinebraten im Brotteig

Schweinebraten im Brotteig mit Dunkelbiersauce

Du brauchst für 4 Personen:

1 kg Schweinebraten (z.B. Nacken)
1 Bund Suppengemüse, namentlich am besten ein Stück Sellerie, eine Karotte, etwas Lauch, eine Zwiebel und Petersilie, gut gewaschen, grob geschält und in Stücke geschnitten
2 EL Öl
1 Liter Gemüsebrühe
0,33 – 0,5 l dunkles Bier/ Kellerbier/ ideal wäre ein Rauchbier, z.B. das berühmte Schlenkerla
2 Lorbeerblätter
3 Nelken
3 Wacholderbeeren

Einen großen Topf oder Bräter mit dem Öl darin heiß werden lassen und dann das Fleisch von allen Seiten scharf anbraten. Das Suppengemüse hinzufügen und 2-3 Minuten mitbraten, dann mit dem Bier ablöschen, mit der Brühe auffüllen, Lorbeer, Nelken und Wacholder zugeben und für 1 Stunde in den vorgeheizten Backofen bei 180°C (Heißluft) schieben, damit das Fleisch schmoren kann.

Nach dieser Zeit den Backofen ausmachen, das Fleisch herausnehmen und auf einen Teller zum Abkühlen legen. Im Herd einen kleinen Umbau vornehmen: Den Bräter mit Brühe auf die unterste Etage schieben und darüber den Rost einhängen.

Schweinebraten im Brotteig

eine Packung Brotbackmischung für Bauernbrot (500 g)
so viel Wasser, wie auf der Packung angegeben
Mehl

Jetzt die Brotbackmischung wie im ersten Schritt der Anleitung üblicherweise angegeben vorbereiten, also mit Wasser und Knethaken zu einem Teig verarbeiten. Diesem Teig allerdings noch etwas Mehl zufügen und von Hand kneten, sodass ein glatter Teig entsteht. Diesen für eine halbe Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Wenn der Teig gegangen ist (hoffentlich nicht allzu weit, höhö), den Backofen auf 220 °C vorheizen und den Teig mithilfe von etwas Mehl ausrollen, sodass Du das Fleisch darin einwickeln kannst. Wenn das Fleisch im Mantel ist, diesen von allen Seiten mit Wasser bepinseln, damit beim Backen eine knusprige Kruste entsteht. Wenn der Ofen vorgeheizt hat, das „Fleischbrot“ auf einem Stück Backpapier auf den Rost legen, 10 Minuten bei dieser hohen Temperatur backen. Danach die Temperatur auf 180°C verringern und weitere 50 Minuten backen.

Nach der Backzeit noch 5-10 Minuten im Ofen ruhen lassen.

Für die Sauce die Flüssigkeit aus dem Bräter, der mit im Ofen war, in einen Topf sieben und binden oder einfach nur Lorbeer, Nelken und Wacholderbeeren entfernen und pürieren.

Dazu passt zum Beispiel Rotkraut recht gut, eine leckere Pilzsauce ist aber auch ein netter Partner für das Fleisch. Ob man noch eine zusätzliche Beilage braucht, muss jeder selbst entscheiden, wenn ich nicht eigentlich etwas anders geplant gehabt hätte, hätte es bei uns wohl auch keine Klöße und mehr Gemüse gegeben. 😉

Lass Dir's schmecken!

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