2 Herde wohnen, ach, in meiner Brust


Ein Kommentar

Fast wie Jetlag…

…fühle ich mich, seit ich mein Praktikum am Montag angefangen habe. Um sieben aus dem Haus zu müssen statt wie in Semesterzeiten normalerweise um neun ist zwar ein Luxusproblem, macht mich aber im Moment irgendwie dezent fertig. ^^ Deswegen hat es auch ausnahmsweise mal noch ein wenig gedauert, bis ihr den Klassiker von Wochenende hier bewundern könnt, aber vorenthalten will ich euch natürlich auch nicht, wie ich die Rouladen gekocht habe, die wie bei Mutti geschmeckt haben. 🙂Rouladen 3

Du brauchst für 2 Personen:

  • 2 Rouladen
  • 4-6 Scheiben dünn geschnittenen Speck
  • 2 TL-EL Dijon-Senf
  • 1 Gewürzgurke
  • 1/2 Karotte
  • Salz, Pfeffer

Für die Sauce:

  • 2 EL Pflanzenöl
  • 1 Liter Rinderbrühe
  • 1 Bund Suppengrün (Lauch, Karotte, Sellerie, evtl. Petersilienwurzeln)
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Mehl
  • 100 ml Rotwein
  • Salz, Pfeffer
  • 2 TL Zucker
  • 2 EL Rotweinessig
  • Soßengewürz: 2 Lorbeerblätter, 3 Wacholderbeeren, 1 TL Senfsaat, 3 Nelken, eine Messerspitze gemahlenen Piment
  1. Zuerst bereiten wir mal die Rouladen vor. Dafür würzen wir sie von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer und bestreichen sie auf einer Seite mit dem Senf, dann verteilen wir die geschälten und gestiftete halbe Karotte gleichmäßig auf die beiden Rouladen (siehe unteres Bild) und rollen diese von der kurzen Seite her auf.
  2. Dann fixieren wir die Rollen mit Rouladennadeln/ Zahnstochern oder Küchengarn, ich stecke immer je eine Nadeln an die Seiten und eine an die Oberseite.
  3. Für die Sauce bereiten wir noch das Gemüse vor, dazu waschen und schälen wir einfach alles und schneiden es in grobe Stücke. Die Zwiebel und den Knoblauch pellen wir und schneiden beides in grobe Scheiben.
  4. Ich schmore meine Rouladen im Topf, deswegen erhitzen wir in einem breiten Topf das Öl und braten die beiden Rouladen von allen möglichen Seiten scharf an.
  5. Wenn sie von allen Seiten gebräunt sind, geben wir das Gemüse dazu, braten es 2-3 Minuten mit, streuen das Mehl darüber und vermengen alles gründlich, dann löschen wir mit dem Rotwein ab und lassen das ganze reduzieren, bis der Rotwein gut gebunden ist und rühren dann Zucker und Essig ein.
  6. Jetzt füllen wir mit der Brühe auf und geben die Soßengewürze dazu. Das kann in einem Teebeutel o.ä. passieren oder auch einfach lose, weil die Soße nachher sowieso gesiebt wird.
  7. Alles muss jetzt, nachdem es aufgekocht hat, eineinhalb Stunden schmoren.
  8. Nach dieser Zeit nehmen wir das Fleisch heraus, passieren/ sieben die Sauce und und servieren mit unserer Wunschbeilage, bei uns waren das am Wochenende Salzkartoffeln und Rotkraut.

Lass Dir's schmecken!

Rouladen 1

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Wohl dem, der einen Bolzenschneider hat!

Was macht man, wenn das eigene Fahrrad einen Platten hat? Richtig, reparieren.

Was macht man, wenn man weder das Werkzeug noch die Ersatzteile da hat? Richtig, Nachbarn fragen oder in den Baumarkt fahren.

Was macht man, wenn die Nachbarn das Werkzeug auch nicht da haben? Richtig, in den Baumarkt fahren.

Was macht man, wenn der Ausflug in den Baumarkt einen halben Tag der wertvollen Lernzeit kosten würde? Richtig, im ortsansässigen Geschäft fragen, was es denn kostet.

Was macht man dann aber, wenn der Laden zwar saugünstige 12 Euro sagt, aber nur zwei Tage die Woche die Werkstatt öffnet (ausgerechnet natürlich an den Tagen, die gerade vorbei sind)? Zum ersten Mal verzweifeln und sich von einer Freundin ein Leihrad ausbitten.

Was macht man, wenn man das Leihrad abholen will und feststellt, dass das Schloss eingerostet ist?

EinkaufsrollerLassen wir das. Das Fazit lautet: Wohl dem, der eine eigene Werkstatt daheim hat, mit Fahrradschläuchen, Bolzenschneidern, Schraubenschlüsseln, Schraubenziehern, Stromprüfern, Bohrmaschinen MIT Stahlbetonbohrern, Malerequipment – kurz all‘ dem, was man so als Student auf ein paar wenigen Quadratmetern ab und an mal ganz gut gebrauchen könnte, sich aber sicher nicht kauft. Weil die Bücher und die Studiengebühren und die Bude und das Essen und die Fahrerei – ach, wo soll denn da die Kohle für die Schraubenzieher noch herkommen? Und abgesehen davon: Jetzt, wo schon die Bude glänzt und die Festplatte so übersichtlich ist wie nie zuvor, da kann ich doch nicht noch einen halben Tag mit der Gondelei (ÖPNV, ich liebe Dich!) zum Baumarkt und zurück zubringen, die dank entsprechender Einzelfahrtspreise + Werkzeug preislich beim doppelten vom Werkstattpreis liegen würde. Nicht, wenn das auch noch von der wertvollen Lernzeit abgeht, die ich durch aktive & passive Prokrastination ohnehin schon über Gebühr geschmältert habe…also ging es statt mit dem Fahrrad und dem Rucksack gestern mit Ignaz (netter Name, oder? 😉 Eine kleine Hommage an meinen aktuellen Lernstoff…) zum Einkaufen. Dass ich mir dabei wie meine eigene Großmutter vorkam brauche ich euch wohl nicht extra zu sagen, oder?

Was das alles mit dem heutigen Rezept zu tun hat? Nichts, außer, dass ich die Zutaten in diesem wundervollen „Gefährt“ nach Hause transportiert habe. Ich wollte euch nur ein bisschen erheitern, ich hoffe, es ist mir gelungen. Frei nach dem Motto „Wer den Schaden hat, darf auch für den Spott sorgen.“ Jetzt aber essen fassen, heute gibt es

Shepherd’s Pie mit Bratwürsten und Spinat

Achtung: bewusste Abweichungen vom Original! 😉

ShepherdsPieDu brauchst für 2 Portionen:

  • 4 dicke Kartoffeln
  • etwas Milch, 1 TL Butter, Salz, Pfeffer und Muskat
  • 3 dicke, grobe Bratwürste
  • 1 TL neutrales Öl
  • 3 kleine Karotten
  • 300 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 TL Mehl
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL TK-Petersilie
  • 250 g TK-Rahmspinat

Zuerst die Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser etwa 20 Minuten kochen.

Zwischenzeitlich die Bratwürste ebenfalls in mundgerechte Stücke schneiden, den Spinat nach Packungsanweisung auftauen. Die Zwiebel und die Karotte schälen und fein würfeln.

Die Kartoffeln abschütten, die Kochbrühe auffangen, die Kartoffelstücke in eine große Schüssel geben, mit je einer Prise Salz, Pfeffer, Muskat, der Butter, je einem großzügigen Schluck Milch und Kochwasser mit dem Handrührgerät mit Rührhaken zu einem Kartoffelbrei verarbeiten.

1 TL Öl in einem Topf erhitzen, die Bratwurststücke darin anbraten, nach 3-4 Minuten die Zwiebel- und Karottenwürfel zugeben. Wenn die Bratwurststücke gar sind und leicht bräunen, mit Salz und Pfeffer würzen, das Tomatenmark und das Mehl zugeben, gut verrühren, trocken braten und dann mit der Brühe ablöschen. Die Petersilie zufügen. Einen Moment bei geringer Hitze köcheln lassen, bis die Sauce etwas andickt. Die Bratwurststückchen in eine Auflaufform füllen, eine Lage (die Hälfte) Kartoffelbrei einfüllen, den Spinat darauf geben, verbliebene Sauce obenauf geben, nochmals Kartoffelbrei darauf schichten und nach Belieben mit etwas geriebenem Käse bedecken.

Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/ Unterhitze für 20-25 Minuten backen, je nach gewünschtem Bräunungsgrad.

Lass Dir's schmecken!


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Nein, meine Suppe ess ich nicht: Asiatische Reisnudel-Huhn-Süppchen

Ich habe Fernweh
wenn Wolken an mir vorüberziehn
wenn ich einen Stern seh
der Tag erlischt
unglaublich Fernweh
mit einem Hauch Melancholie
wenn ich einen Stern seh
versteh ich mich

Herbert Grönemeyer: Fernweh

Kennt ihr das auch, Fernweh? So oft es mich packt, kann ich es schon allein aus finanziellen Gründen nicht erfüllen. Aber ein Teller mit fremden Gerüchen schafft oft schon zumindest ein wenig Abhilfe. So auch heute. Aber dank ein bisschen Improvisation und frischer Maishähnchenbrust im Angebot beim Metzger meines nächstgelegenen Supermarktes Vertrauens kam heute Abend ein leckeres

Reisnudel-Huhn-Süppchen

auf den Tisch. Und obwohl ich die Asialäden verflucht habe, weil auf die Schnelle weder frischer Koriander noch frisches Zitronengras aufzutreiben waren (vielleicht war ich auch einfach zu spät dran^^), war ich mit dem Ergebnis recht zufrieden.

Asiatisches Reisnudel-Huhn-Süppchen - Die Zutaten

Du brauchst für 4 Portionen (Müslischalen):

  • 300 g Hähnchenbrustfilet
  • 375 g Wok-Gemüse gemischt (TK, vorher auftauen lassen/ oder eine bunte kleine Mischung Karotten, Lauch, Bambussprossen, Mungobohnenkeimlinge, Paprika, Erbsen)
  • 2 Liter Brühe (nicht zu kräftig, vielleicht eine Mischung aus Zwiebelbrühe und Hühnerbrühe)
  • 100 g Austernpilze
  • 1 Bund Frühlingszwiebel
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 2 Karotten
  • ca. 100 g Reisnudeln (0,5 mm aus dem Asialaden)
  • Fisch- & Sojasauce
  • 1 EL Koriandergrün (gefriergetrocknet und gerebelt, gern natürlich auch frisch)
  • Gewürze: Ingwerpulver, Knoblauchgranulat, Zimt, gemahlenes Zitronengras

Vorbereitungen: Ingwer schälen, eine Hälfte in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel und Karotten ebenfalls von der Schale befreien und in Scheiben schnippeln. Das Fleisch abbrausen und trocken tupfen, Brustfilets wie auf dem Foto in der Mitte trennen.

In einem großen Topf (ca. 3 l Fassungsvermögen) die Brühe zum Kochen bringen, das Fleisch zusammen mit dem zuvor vorbereiteten Gemüse hineingeben, aufkochen lassen, Koriandergrün sowie je eine großzügige Prise Ingwerpulver, Knoblauchgranulat, Zimt und gemahlenes Zitronengras zugeben, alles bei mittlerer Hitze eine halbe Stunde vor sich hin köcheln lassen.

Zwischenzeitlich das verbliebene Stück Ingwer fein würfeln, die Austernpilze in dickere Streifen schneiden und die Frühlingszwiebel in Ringe.

Nach der halben Stunde die Brühe durch ein grobes Sieb schütten und auffangen. Die Brühe wieder auf den Herd stellen und die Gemüsemischung sowie Ingwer, Austernpilze und Frühlingszwiebel hineingeben, bei mittlerer Hitze 5-10 Minuten durchziehen lassen, nicht kochen.

Währenddessen das Fleisch in dünne Scheiben schneiden und die Reisnudeln nach Packungsanweisung zubereiten (die, die ich hatte, musste man einfach nur 2 Minuten in kochendes Wasser legen und dann abschütten). Das Fleisch die letzten 2-3 Minuten nochmal zur Brühe geben, diese mit Fischsauce, Sojasauce sowie den verwendeten Gewürzen (je nach Geschmack auch etwas Salz) abschmecken. Auf den Boden der Schalen die fertigen Nudeln geben, mit der Suppe auffüllen – genießen! 🙂Asiatisches Reisnudel-Huhn-Süppchen 2

(Herz)lichst, Kristina 7


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Nachreichung vom Wochenende: Putenfleisch süß-sauer

Putenfleisch süß-sauer

Bevor ich wieder tierisch in Rückstand gerate, verrate ich euch gleich auch noch, was es am Wochenende bei uns leckeres zu Essen gab. Ich hab mich mal an „Asia-Imbiss-Süß-Sauer“ probiert und meine Testesser und ich fanden, es sei mir nicht schlecht gelungen:

Für 4 Personen brauchst Du:

  • 4 Putenschnitzel
  • 3 bunte Paprika
  • 3 Stangen Lauch
  • 3 Karotten
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Glas Mungobohnenkeimlinge
  • 1 Glas Bambussprossen
  • 1 Dose Ananas
  • 1 in geschältem Zustand walnussgroßes Stück Ingwer

Außerdem brauchst Du für die Soße:

  • 500 ml Hühnerbrühe
  • den Saft aus der Dose Ananas (wahlweise den Saft von 2 gepressten Orangen)
  • 2 EL braunen Zucker
  • 5 EL Ketchup
  • 5 EL Rotweinessig
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer

Wenn Du das Fleisch in einem Backteig haben möchtest, brauchst Du außerdem:

  • 150 g Mehl
  • 25 g Speisestärke
  • 1 Ei
  • 125 ml Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • Öl zum Ausbacken

(1) Zunächst stellen wir die Soße her: Dafür alle Zutaten miteinander vermischen, aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen, dann vom Herd nehmen.

(2) Vorbereitungen: Alles Gemüse waschen, putzen und in mundgerechte Stücke schneiden (den Ingwer in ganz feine Würfelchen). Sprossen und Keimlinge abschütten und wässern.

(3) Zum Fleisch: Als erstes die Putenschnitzel in kleinere Würfel schneiden. Wenn Du die Schnitzel im Backteig haben möchtest, alle Zutaten verrühren und das Fleisch in diesen einlegen. Nach einer Stunde ruhen wird das ganze noch besser. Viel Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen (oder die Fritteuse verwenden, wenn Du eine hast) und die Fleischstücke darin goldgelb ausbacken.

(3) Solltest Du die Schnitzel natur verwenden, brätst Du diese zuerst in wenig Öl an, nimmst sie dann heraus, um Karotten, Lauch und die weißen Teile der Frühlingszwiebeln anzubraten. Das Ganze mit etwas von der süß-sauer-Sauce, die in Schritt 1 hergestellt wurde, abgießen, nach und nach das restliche Gemüse zufügen, insgesamt etwa 7-8 Minuten bei mittlerer Hitze garen. Zum Schluss das Fleisch (wieder) hineingeben, noch 2-3 Minuten durchziehen lassen und

(4) am Besten auf Reis servieren. (Die Mie-Nudeln, die auf dem Zutaten-Bild noch zu sehen sind, konnten mich nicht leiden… o.O)Putenfleisch süß-sauer

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Traditions-Anarchie

+++ Warnung +++ Beim folgenden Beitrag handelt es sich eindeutig um Küchenanarchie +++ Wenn Sie dem „Großen Pellaprat“ nahe stehen, sollten Sie nicht weiterlesen. +++ Ebenso nicht, wenn Sie nach einem absolut standardmäßigen Rezept für Rinderbraten suchen. +++ Und auch nicht, wenn Sie etwas gegen familiär weitergegebene Traditionen haben.+++

Na, hab ich Dich nicht abschrecken können?! Grins. Dachte ich es mir doch. Gute Entscheidung, erstmal genauer zu schauen, worum es hier geht und was die Irre eigentlich will. Küchenanarchie, hä?! Naja, zumindest wenn es nach Herrn D. geht. Denn eben der hat nicht schlecht gestaunt, als ich am letzten Wochenende in der Küche das folgende fröhlich vor mich hin singend und mit kindlicher Vorfreude zum Besten kochte. Für mich persönlich ging es schließlich um ein Stück Kindheit, das ich mir mit Oma’s Rezept in die Küche zaubern wollte, für ihn war es lediglich „Verschwendung“, ein so schönes, großes Stück Fleisch als „Suppenfleisch“ verkommen zu lassen.

Pah, Banause. Er wusste ja gar nicht, wovon er da redete. Denn das Stück Fleisch dient ja eigentlich nur einem höheren Zweck, nämlich „Nudel‘ mit Soß'“ zu werden. Vom Fleisch bekamen meine Schwester ja oft gar nichts mehr ab oder auch mit, denn Nudeln mit Soße…welch Kindertraum, zumindest für uns. Und die Soße, die Omma kocht, ist halt einfach die beste. Keine Diskussion. Und wer die Nachkochen will, der muss eben ein kapitales Stück Rind opfern, um dem nahe zu kommen.

Um die Warnung nochmal fortzuführen: Es handelt sich bei diesems Post mit Sicherheit nicht um die Ausgeburt der neusten Gourmet-Feinheiten, sondern um das Rezept einer Dame Jahrgang 1930, das ich vor allem deshalb hier poste, um meinem Schwesterchen, die sich unbegründeterweise für kochtechnisch minderbemittelt hält, eine möglichst genaue Anleitung in Bild & Text zukommen zu lassen. Vielleicht will ich auch gleichzeitig ihr, geneigter Leser, Herz oder zumindest ihre Lachmuskeln erfreuen, indem ich Braten koche, statt ihn zu braten. Und wenn Sie einmal nichts besseres zu tun haben oder Sie das Haus sowieso nicht verlassen können, weil Sie auf die Handwerker warten, dann kochen Sie es doch einfach mal nach. Vielleicht verraten Sie mir ja, ob die kindliche Obsession begründet oder in Ihren Augen völliger Humbug ist.

Rinderbraten nach Omma 1

Du brauchst:

1,25 kg Rinderbraten (falsche Lende, etwas durchwachsen darf es durchaus sein)
Suppengrün: 2 Karotten, 2 Tomaten, 1 Stück Sellerie, 1 Zwiebel, 1 Paprika (rot oder grün)
5 EL Weißweinessig
Weißwein
3 EL Öl
1 TL Oregano
1 TL Pfeffer
2 EL Salz
3 Lorbeerblätter
1/2 TL Muskat
1 Msp. Piment (gemahlen)
2 Soßenwürfel für Bratensoße
2 EL Mehl
Wasser in Massen 😉

  1. Zuerst äußeres Fett und Sehnen vom Fleisch abschneiden, dies aber noch nicht wegwerfen.
  2. Das Gemüse gut abwaschen (muss nicht zwangsläufig feinsäuberlich geschält werden) und in grobe Stücke schneiden.
  3. Ausreichend Öl, also ca. 3 EL in einem großen, breiten Topf (ca. 5 l Fassungsvermögen) richtig, richtig heiß werden lassen…
  4. …und das Fleisch darin von allen Seiten scharf anbraten.
  5. Das dauert pro Seite mindestens 3-4 Minuten.
  6. Jetzt die Gewürze bereitstellen,
  7. das Gemüse kurz mit anbraten, die Fleischabschnitte mit zufügen,
  8. alles würzen und mit einem Großzügigen ersten Schluck Weißwein ablöschen.
  9. Mit 3 Litern Wasser auffüllen und
  10. aufkochen lassen
  11. dann einen weiteren Schluck Weißwein und 5 EL Essig zufügen
  12. und alles eine halbe Stunde köcheln lassen.
  13. Danach die beiden Soßenwürfel mit 200 ml Wasser und dem Mehl kalt anrühren.
  14. Nicht wundern, wenn es jetzt klumpt, das löst sich dann schon auf! 😉
  15. Jetzt das ganze für zweieinhalb Stunden köcheln lassen, dabei hin und wieder umrühren und (mit einem Silikonschaber) das abschaben, was sich am Rand abgesetzt hat und es zurück in die Soße schnicken. Nach dieser Zeit sollten Sie einen weiteren halben Liter Wasser und einen EL Essig zufügen und das ganze wiederum eine halbe Stunde köcheln lassen.
    Nach diesen drei Stunden ist das Fleisch gar und sicher auch schon recht zart (Anzeichen: es gibt auf Druck mit einem hölzernen Kochlöffel leicht nach), trotzdem gilt jetzt natürlich „Je länger, desto zarter.“ Es spricht also genusstechnisch überhaupt nichts dagegen, die Garzeit auf 5 Stunden auszuweiten, jedoch sollten Sie dann hin und wieder (alle halbe Stunde) 250 ml Wasser nachfüllen.
  16. Wenn Sie finden, dass es jetzt genug ist/ endlich essen wollen/ fürchten, andernfalls Ihre Gäste nie wieder zu sehen, nehmen Sie den Braten aus der Soße und streichen diese durch ein Sieb.
  17. Und zwar richtig! 😉
  18. Die Soße lassen Sie  noch einmal aufkochen und binden sie, falls es Ihrem Geschmack nach noch nötig sein sollte, mit etwas Soßenbinder. Das Fleisch schneiden Sie in Scheiben und servieren das Ganze stilecht mit Nudeln, die etwas über „al dente“ sind, damit sie sich besser mit der Soße vollsaugen können. 😉

How to make Rinderbraten nach Omma

Lass Dir's schmecken!

PS: Warum ich Euch heute sieze? Keine Ahnung, vielleicht weil es ein Sonntagsbraten sein könnte? Es kann aber auch auf die späte Uhrzeit zurückzuführen sein, zu der ich diesen Post vorbereitet habe oder damit zusammenhängen, dass der e-Mail-Verkehr der letzten Stunden ausschließlich mit „Sehr geehrter (Prof.) Dr. XYZ…“ begann…


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Kontrastprogramm: Von Wildschweinen, Rockbands und cremigem Pesto

Manchmal neige ich ja schon ein wenig zum Aberglauben. Deshalb muss ich euch das Rezept für den Bratwurststrudel leider vorenthalten, denn er hat dem Glubb am Samstag kein Glück gebracht. Grmpf. Aber es ist nicht so, dass ich nichts zu erzählen hätte, denn dieses Wochenende war wirklich abwechslungsreich. Und ein kleines Rezept gibt’s obendrauf.

Nickelback

Die 2:1 Niederlage war am Samstag durch einen  Ausflug nach Frankfurt nämlich ganz schnell vergessen. Nach einem kleinen Abstecher zum Essen („Extrablatt“ an der U-Bahn-Haltestelle Bockenheimer Warte, Preis-Leistungs-Verhältnis echt in Ordnung) fanden Schwesterherz und ich uns in der vollen Festhalle wieder, wo uns die Vorband Daughtry einheizte, bis dann Nickelback den Saal rockten…sehr geiles Konzert…Thank you so much! 😉

Fußball

Am Sonntag Mittag stand schon wieder Fußball auf dem Programm, die Mannschaft von Schwesterchens Holdem konnte allerdings leider auch nichts reißen. Schade, schade, Schokolade, aber vielleicht wird’s ja nächste Woche beim Heimspiel wieder besser! Weil so ein „angebrochener Tag“ ja ausgenutzt werden muss, waren Herr D. und ich anschließend noch im Wildpark, Wildschweinchen, Elche und Wölfe angucken. Nach einer Menge Blödeleien über turmspringende Elche und Preisrichter-Enten ließen wir sicher ein paar verwirrte kleine Kinder an den Gehegen zurück, haben uns allerdings prächtig amüsiert.

Ausflug in den Wildpark

Weil ich am Samstag nicht mehr zum „großen“ Wochenend-Einkauf gekommen bin, musste gestern Abend improvisiert werden. Fleisch und Fisch waren nicht im Haus, deshalb gab es leckeres selbstgemachtes Möhrenpesto zu den Spaghetti und Endivien-Salat mit Tomaten und Radieschen und einer leckeren Vinaigrette:

Pasta mit Möhren-Pesto

Cremiges Möhrenpesto 

Zu 500 g Pasta brauchst Du:

300 g Karotten (geschält, geputzt und in Scheiben)
100 g Petersilienwurzel (ebenso geschält, geputzt und in Scheiben)
1 l Gemüsebrühe
2 EL Grana Padano
1 Espressolöffel Cayennepfeffer
1 Espressolöffel Pfeffer
1 TL Salz
1 TL Paprikapulver edelsüß
1 Zehe Knoblauch (gepellt und in feinen Scheiben)
1 Zweig Rosmarin, davon die Blättchen
3 EL neutrales Öl

Die Brühe aufkochen, Karotten und Petersilienwurzel hineingeben und 30 Minuten lang weich kochen. Das Gemüse abschütten und die Brühe auffangen.

Das Gemüse mit allen anderen Zutaten und 2 EL Brühe pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken und eventuell etwas mehr Brühe zufügen, damit das Pesto etwas cremiger wird.

Mit Pasta vermengen und entweder mit weiterem Parmesan oder frisch geriebenem Bergkäse bestreut servieren.

Salatdressing

4 EL Öl
1 EL weißer Balsamico
1 Espressolöffel Pfeffer
1 TL Salz
2 EL Italienische Kräuter (TK)
eine Prise Zucker
2 EL Rotisseur-Senf
50 ml Wasser

Alle Zutaten vermischen, abschmecken und mit dem Salat vermengen.Reicht locker für einen normalgroßen Salatkopf.


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Tunesisch und Kunterbunt

Kunterbunter Couscous

Kennt ihr auch Beilagen-Quartett? Euch fällt ein Essen ein, dass ihr unbedingt kochen wollt und im typisch-deutschen Denken fehlt die Sättigungsbeilage. Also sortiert ihr im klassischen Vierklang Nudeln – Reis – Kartoffeln – Brot solange, bis ihr unter deren Ablegern etwas findet, das zum Gericht am Besten passen könnte. So ging es mir gerade als ich noch ganz ganz wenig Ahnung vom Kochen hatte unglaublich häufig. Man will ja ein „rundes“ Essen servieren, aber irgendwie ist die Auswahl der Rezepte, derer man sich zu Kochen bemächtigt fühlt, relativ gering.

Durch ein kleines „Das Pferd von hinten aufzäumen“-Spiel versuche ich hin und wieder diesen Teufelskreis der langweiligen Kohlenhydrate zu durchbrechen und etwas Abwechslung auf den Teller zu bringen. An Couscous hatte ich mich bisher noch nicht gewagt. Zum ersten und einzigen Mal im Tunesien-Urlaub gegessen (noch mit meinen Eltern, ich schätze es war 2001 oder 2002) und nicht sonderlich gut vertragen, schaffte es diese Beilage bis heute nicht in meine Küche. Mit diesem Rezept (laut Chefkoch tunesisch) dürfte sich das allerdings geändert haben. Vorsicht: scharf! (Sagt vor allem Herr D., der gerne als Feuerspucker arbeiten würde)Hier abgeguckt

Kunterbunter Couscous mit Putenfleisch und viel Gemüse

Du brauchst für 4 Portionen:

2 Tassen Couscous (ca. 250 g)
500 g Putenschnitzel
2 Zucchini
2 rote Paprika
1/4 Hokkaido-Kürbis (kann auch weggelassen werden)
2 Zwiebeln
2 Zehen Knoblauch
2 Karotten
2 Kartoffeln
2 EL Olivenöl
1 TL Harissa
3 EL Tomatenmark
1 TL Paprikapulver edelsüß
1/2 TL Kurkuma
2 TL Koriander gemahlen
1 TL Pfeffer
2 TL Salz
1,25 l Wasser (plus 3 Tassen)
1/2 Bund Petersilie (glatte), fein gehackt
1 TL Soßenbinder

Die Putenschnitzel in feine Streifen schneiden. Das Gemüse waschen, putzen und klein würfeln (Ca. 1 cm), die Zwiebeln in feine halbe Ringe schneiden und den Knoblauch pressen.

In einem großen Topf (keine beschichtete Pfanne!) das Öl erhitzen und das Fleisch darin anbraten (dass es dabei etwas anhängt, macht nichts). Die Zwiebelscheiben zugeben und weiterbraten, den Knoblauch dazu pressen. Wenn keine Flüssigkeit vorhanden ist, Tomatenmark und Harissa zugeben und anrösten (es darf am Boden leicht anhängen und dunkel werden, durch das Röstaroma entsteht ein toller Duft, der sogar Herrn D. in die Küche lockte). Dann mit ca. 200 ml Wasser ablöschen, reduzieren lassen und die Gewürze zufügen.

Jetzt die Gemüsewürfel zugeben und gut verrühren, dann mit dem restlichen Wasser auffüllen, aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten köcheln lassen.

Jetzt den Couscous in eine Schüssel geben und mit den drei Tassen kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten Quellen lassen.

Währenddessen die Fleisch-Gemüse-Mischung abschmecken und dann abschütten, die Soße auffangen, wieder in den Topf geben, aufkochen und mit dem Soßenbinder andicken.

Couscous mit einer großen Prise Salz und Pfeffer sowie der fein gehackten Petersilie vermengen, mit etwas von der Soße vermengen, auf Teller geben, etwas von der Fleisch-Gemüse-Mischung sowie weitere Soße darüber verteilen und schmecken lassen!

Lass Dir's schmecken!